5 Wege, wie du dich leichter abgrenzen kannst

5 Wege, wie du dich leichter abgrenzen kannst

Abgrenzen – Wenn die Gefühle anderer für dich zur Last werden, wenn du unter ihnen leidest und sie dir deine Energie rauben, dann ist es höchste Zeit, dass du lernst, dich besser zu schützen und abzugrenzen.

Eine besondere Feinfühligkeit und Empathie ist ein Segen.

Sie lässt dich die Dinge intensiver spüren und erleben.

Blog als Audio (gelesen von Bianca Ritter)

 

Sie schenkt dir eine andere Wahrnehmung für das, was um dich herum und in dir geschieht. Es ist schön, sehr einfühlsam zu sein.

Machst du jedoch die Gefühle anderer zu deinen eigenen, leidest unter fremden Problemen und spürst dich selbst dabei nicht mehr, dann kann diese Gabe sich schnell wie ein Fluch anfühlen.

Du kannst keine Grenzen setzen zwischen dir und den Menschen um dich herum.

Es gibt viele Schutzübungen, um sich besser abzugrenzen. Wenn sie bei dir funktionieren, dann ist das gut. Meine Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass sie bei vielen Menschen eben nicht wirken.

Das Problem bei Schutzübungen ist, dass sie meist nur von dem Verstand kreiert werden.

Wenn du dir also nur vorstellst, dass du einen Schutz hast, ihn aber gar nicht fühlst, dann funktioniert es nicht.

Zudem merkst du wahrscheinlich auch oft erst im Nachhinein, dass du dich nicht abgrenzen konntest, also erst dann, wenn du dich schlecht und ausgelaugt fühlst.

Und dann ist es zu spät für die Schutzübung. So ist es mir in der Vergangenheit häufig gegangen.

Ich möchte dir 5 Wege zeigen, die mir dabei geholfen haben, zu lernen, mich leichter abzugrenzen.

1. Stopp! – Habe den Mut nein zu sagen

Oft hilft es schon, es einfach auszusprechen. Setzte klare Grenzen, indem du deinem Gegenüber vermittelst, dass du das nicht möchtest und es dir nicht gut tut.

Es gibt immer wieder Lebensphasen, in denen der andere dir sein Herz ausschüttet und über seine Schwierigkeiten sprechen will. Das gehört zum Leben dazu.

Wenn Probleme jedoch die Basis für eure Freundschaft sind, dann läuft etwas schief.

Wenn du merkst, dass du jedes Mal als eine Art „Mülleimer“ mit allen Belastungen und Problemen überschüttet wirst, es dem anderen nur darum geht sich auszukotzen, dann solltest du dich davor schützen.

Hab den Mut und sage, dass du das so nicht möchtest.

Vielleicht wird der andere nicht gerade begeistert davon sein. Aber lass dir eines sagen, wahre Freunde werden bleiben, denn sie wollen, dass es dir gut geht.

Deine Mitmenschen können nicht wissen, dass du das nicht willst und dich dadurch schlecht fühlst, wenn du es nie aussprichst. Traue dich also auch einmal, nein oder Stopp zu sagen, wenn es dir zu viel wird.

Es geht ja nicht darum, alles Negative auszugrenzen und ausschließlich über Positives zu sprechen, sondern vielmehr eine Waage zu finden, ein gutes Maß.

2. Vermeide zu viel Gespräche über „fremde“ Probleme

Achte darauf, über wen gesprochen wird. Sind es die Probleme und „schlechten“ Gefühle deines Gegenübers oder ist es vielmehr der Bekannte eines Bekannten von irgendwoher, den du gar nicht kennst oder keinen Kontakt zu hast.

Hat es irgendeinen Bezug, eine Auswirkung auf euch oder handelt es sich um bloße Informationswiedergabe?

Willst du dich tatsächlich mit diesen Problemen und Belastungen beschäftigen? Was bringt dir das? Wem hilfst du, wenn du mitleidest oder dadurch schlechte Laune bekommst?

Überlege dir also gut, wieviel Zeit du in die Probleme fremder Leute investieren willst, insofern du nur darüber sprichst und nicht konkret etwas tust, damit es ihnen besser geht.

3. Bleib bei dir

Das Geheimnis von guter Abgrenzung ist, bei sich selbst zu bleiben, anstatt sich auf den anderen zu konzentrieren und ihn abzuwehren. Klick to tweet

In dem Moment, wo du deinen Fokus auf die Abwehr der fremden Gefühle legst, wechselst du die Perspektive. Du bist im Außen, also bei dem anderen und verlierst dich. Deshalb funktioniert es nicht.

Lege deine Konzentration daher auf dich und deine Gefühle, bleibe bei dir.

Besonders wichtig ist das auch, wenn du mit Menschen arbeitest, die deine Hilfe suchen.

Du hilfst ihnen nicht, wenn du mitleidest.

Gib ihnen die Möglichkeit, es für sich selbst zu lösen, daran zu wachsen und ihre eigene Stärke zu spüren und zwar liebevoll.

Wenn du das für sie übernimmst, beraubst du ihnen die Möglichkeit, eigene Wege zu finden und dass macht sie schwach.

Unterstütze, habe Mitgefühl, aber leide nicht mit ihnen, mache ihre Angelegenheiten nicht zu deinen.

Die andere Seite – Der Spiegel

Auch wenn du gelernt hast, dich gut abzugrenzen, kann es sein, dass die Gefühle von jemand anderem eine starke Reaktion bei dir auslösen. Dann spricht er ein Thema von dir an und du gehst in Resonanz damit.

Es hat etwas mit dir zu tun. Denn du bist ja schließlich derjenige, der reagiert, der fühlt.

Der andere hält dir quasi eine Art „Spiegel“ vor und du siehst in ihm etwas von dir.

Ich erkläre es dir hier etwas genauer:

Erinnere dich einmal an eine solche Situation und frage dich:

Kommt mir das Gefühl bekannt vor? Habe ich das schon öfter erlebt? Was könnte es mit mir und meiner Geschichte zu tun haben?

Und? Kannst du deinen Anteil daran erkennen? Es fällt nicht immer leicht, das Eigene in solchen Situationen zu sehen, gerade wenn du die Gefühle massiv abwehrst.

Aber wenn du einmal ganz neutral und ohne Wertung die Gedanken und Gefühle hinsichtlich deiner persönlichen Geschichte analysierst, erkennst du vielleicht Zusammenhänge und Ursachen.

Du erinnerst dich möglicherweise an frühere Ereignisse, die ganz anders waren, aber ähnliche Gefühle bei dir ausgelöst haben.

Meist stecken dahinter alte Wunden, die einfach angenommen und geheilt werden wollen.

4. Eine gute Erdung

Eine effektive und starke Methode, um dich zu schützen, ist eine gute Erdung.

Du kannst Belastendes in die Erde abfließen lassen oder bewusst Energie über die Erde in dich aufnehmen.

Der bewusste Kontakt zum Boden unter dir, schenkt dir Halt und Sicherheit.

Gerade wenn du sehr feinfühlig bist, ist es wichtig für dich den Boden unter den Füßen nicht zu verlieren.

Du kannst das üben, indem du dich mit geschlossenen Augen hinstellst oder beim Sitzen die Füße aufstellst und ganz bewusst wahrnimmst, wie deine Füße den Boden berühren.

Stelle dir vor, wie kräftige Wurzeln von deinen Füßen aus tief in die Erde wachsen und dir Halt und Sicherheit geben.

Erdung hat viel mit Urvertrauen zu tun.

Lass dir also Zeit dabei, sei geduldig mit dir, damit die Verbindung „wachsen“ kann. Und gib nicht gleich auf, wenn die Übung bei den ersten Malen nicht so klappt, wie du es dir vorstellst.

5. Lasse los und tanke dich wieder auf

Manchmal gelingt es dir trotz allem nicht, dich abzugrenzen. Das ist nicht schlimm, solange du es nicht speicherst und sammelst.

Du kannst das „Aufgenommene“ ganz bewusst wieder loslassen.

Kleine Rituale helfen dir dabei.

Du könntest beispielsweise eine Dusche nehmen und dabei spüren, wie das Wasser dich reinigt und alles einfach von dir abspült, das nicht zu dir gehört.

Du kannst es auch über die Hände oder die Füße bewusst in die Erde abfließen lassen.

Oder du atmest tief durch und stellst dir vor wie du es beim Ausatmen einfach rauspustest.

Probiere aus, was dir hilft.

Genauso könntest du auch Rituale finden, um dich wieder aufzutanken.

Mache zum Beispiel einen Spaziergang in der Natur.

Vergesse die Gedanken und negativen Gefühle für einen Moment und schenke deiner Umgebung deine volle Aufmerksamkeit.

Betrachte die Formen und Farben der Blätter, nimm den Geruch und den Boden unter dir ganz bewusst wahr.

Oder trinke einen leckeren Tee oder Kaffee, spüre die wohltuende Wärme in deinen Händen und in deinem Bauch.

Tue einfach etwas, dass dir gut tut, wo du dich entspannen und vergessen kannst und du wirst automatisch wieder Kraft schöpfen.

The following two tabs change content below.
Hallo, ich bin Bianca Ritter und arbeite als freie Autorin. Du findest auf „Sternschnuppenzeit“ Inspiration und praktische Tipps, um das Leben zu leben, von dem Du träumst. Es geht darum, wieder mehr Zeit mit Dingen zu verbringen, die dir wirklich wichtig sind, nach den Sternen zu greifen und deine Wünsche und Träume zu leben! Mein erster Roman "Das Erbe von Alchatar" wurde 2012 veröffentlicht.

4 Kommentare

  1. Uschi

    Hallo liebe Bianca,
    mußte jetzt lachen wie Du da oben erwähnt hast „ein Leben lang begleitet einen wohl das Thema“ wenn ich auf das Datum schaue stehe ich mal wieder vor solchen Situtationen bezüglich Abgrenzung sieht für mich immer wie ein Test von oben aus und mich mal wieder die Englein prüfen wie weit ich schon bin. Und ich das Gefühl habe ich stehe wieder machtlos vor so einer Situation da mich im Moment meine Freundin ständig mit denselben Themen zumüllt und ich nicht fähig bin zu sagen „mir ist es zuviel“ vor allem da ich im Moment selber genügend mit mir zu tun habe. Ich fühle mich so machtlos und weiß nicht wie ich es rüberbringen soll ohne jemand zu verletzen????
    Aber ich erkenne es zumindest schneller :-)))))))))))))
    Schön immer wieder deine Blogbeiträge zu lesen sie machen mir immer wieder vieles bewußt.
    Danke und noch ein schönes Pfingstfest hoffe Dir gehts wieder besser wie vor vielen Monaten
    Herzliche Grüße aus Nürnberg

    Antworten
    • Bianca Ritter

      Liebe Uschi,
      Ich kann gut verstehen, dass du es in dieser Situation schwierig findest, dich abzugrenzen ohne jemand zu verletzen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es am Leichtesten funktioniert, wenn du wirklich bei dir bleibst. Das heißt, du sagst, „MIR ist es zuviel.“ oder „Tut mir leid, du bist mir wichtig, ich möchte dich wirklich unterstützen aber das ist mir gerade zuviel.“ Es fühlt sich immer noch komisch an, aber ich war überrascht wie wohlwollend die Reaktionen waren.
      Am Ende deines Kommentars musste ich dann auch schmunzeln. Genauso ging /bzw. geht es mir auch. „Ich erkenne es zumindest schneller.“ Und auch wenn ich das Gefühl habe, es hat sich wirklich etwas bewegt und ich höre viel mehr auf meine innere Stimme, so bin ich mir auch bewusst, dass das durchaus noch einige Male geprüft werden könnte. Aber das gehört ja auch einfach mit dazu 🙂 Und auch wenn die Momente dann vielleicht noch mal echt unangenehm sind, danach kann ich meist doch wieder darüber lächeln.
      Es freut mich sehr, dass du dir durch das Lesen der Beiträge vieles immer mehr bewusst wird. Das ist wirklich schön! Und für mich das größte Geschenk 🙂
      Ich kann dir nur von meiner Seite sagen, dass ich mich jedes Mal sehr über deine Antworten freue und es toll finde, dass wir auf diese Weise immer wieder in Kontakt bleiben.
      Deine Kommentare bringen ich auch oft zum Nachdenken. Ich Danke dir, dass du mir so offen schreibst. Das ist sehr bereichernd.
      Ganz liebe Grüße, Bianca

      Antworten
  2. Ursula

    Hallo liebe Bianca,
    vielen Dank für diese Zeilen ich glaube daß ist mein lebenslange Thema Abgrenzung ich hoffe ich darf es noch in diesem Leben lernen wobei ich schon fortschritte gemacht habe mit dem NEIN sagen und bin auch ganz stolz auf mmich. Für mich ist die Natur das wichtigste an Erdung dann fühle ich mich immer wie reingewaschen.
    Zur Zeit werden mir wieder mal vermehrt die sogenannte Arschengel geschickt in Bezug auf dieses Thema wie gesagt ich lerne.
    Liebe Grüße Uschi

    Antworten
    • Bianca Ritter

      Liebe Uschi,
      Danke für deinen Kommentar. Ja, ich glaube auch, dass es ein Thema ist, dass sich ein Leben lang immer wieder zeigt. Gerade weil es uns dabei unterstützt zu wachsen. Der andere hilft uns, das zu sehen oder zu spüren, was wir verdrängt haben, was uns aber im Leben immer wieder daran hindert, glücklich zu sein.
      Es freut mich sehr, dass du gelernt auch einmal nein zu sagen. Auch daran wächst man sehr, das hast du bestimmt gespürt. Denn wir müssen dann mit der Ablehnung des anderen in dem Moemnt auch zurecht kommen und zu uns stehen. Daher fällt es so vielen schwer, nein zu sagen, obwohl wir uns auf Dauer damit viel besser fühlen, nur das zu tun, was wir auch wollen.
      Für mich ist auch die Natur eine wunderbare Sache um mich zu erden und wieder Energie zu tanken, besonders im Wald zwischen den hohen, grünen Bäumen fühle mich wohl.
      Ich wünsche dir eine „lernreiche“ und auch entspannte und glückliche Woche!
      Und vielen Dank für deine Kommentare. Sie bringen Lebendigkeit rein 🙂
      Liebe Grüße, Bianca

      Antworten

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Zeit

Trag dich jetzt ein & abonniere den Blog!

 

Erhalte gratis die Übung

 

"Der perfekte Tag" als Audio

 

und finde in 10 Minuten heraus, was dir

 

wirklich am Herzen liegt.

 

 

Dankeschön! Du erhälst nun eine Email, bitte bestätige den Link.

Share This