Wie Ziele dich nicht mehr anstrengen

Wie Ziele dich nicht mehr anstrengen

Ziele können etwas Wunderbares sein, aber sie können dich auch stressen, gerade wenn es nicht so läuft, wie du es dir vorstellst.

Für mich sind Visionen wichtig. Mich beflügelt es, wenn ich meinen Träumen folge.

Besonders als ich die Macht des positiven Denkens kennengelernt habe, lag mein Fokus vor allem auf dem, was ich mir wünschte.

Blog als Audio (gelesen von Bianca Ritter)

 

Ich fand die Vorstellung großartig, mit der Kraft meiner Gedanken, mein Leben zu gestalten und so meine Wünsche Wirklichkeit werden zu lassen.

Lange Zeit habe ich geglaubt, das Universum sei wie ein großer Katalog, in dem ich alles bestellen kann.

Ich war überzeugt, wenn ich nur fest genug daran glaube, dann kann ich alles erreichen, alles haben, was ich mir wünsche.

Und eine Zeitlang hat das sogar tatsächlich funktioniert.

Das war toll. Ich kam mir vor als würde ich luftig-leicht auf einer Welle durchs Leben surfen und alles würde sich auf wundersame Weise von alleine fügen.

Aber dann – ganz unerwartet und plötzlich – warf mich das Schicksal aus der Bahn.

Ich stürzte von meiner tollen Welle herunter und hatte das Gefühl unter den Wassermassen begraben zu werden. All meine Pläne und mein so schön perfekt gestaltetes Gedankengerüst fielen wie ein Kartenhaus in sich zusammen.

Damals hatte ich ein Kind am Anfang der Schwangerschaft verloren, mein 1. Roman lief nicht so gut an, wie ich gehofft hatte und mein Rücken schmerzte noch dazu fürchterlich und raubte mir den Schlaf.

Ich dachte nur, wie ist das denn passiert? Das habe ich mir bestimmt nicht bestellt.

Ich habe mich davon erholt und nach einer Weile lief mein Leben wieder. Aber die Zweifel blieben.

Wie war das mit berühmten Sätzen wie „Gedanken werden Dinge.“ oder „Du bist der Schöpfer deiner Welt!“?

War das alles Schwachsinn?

Aber ich hatte ja sogar selbst in meinem Buch darüber geschrieben und es hatte sich so richtig angefühlt!?

Wie konnte ich denn auf der einen Seite mein Leben bestimmen, wenn ich mich gleichzeitig auch so machtlos fühlte?

Sind Selbstbestimmung und Schicksal überhaupt miteinander vereinbar?

Diese Fragen geisterten durch meinen Kopf. Ich fühlte mich irgendwie zerrissen.

Ich hatte die Erfahrung gemacht, dass wenn ich meinen Herzen folgte, sich plötzlich auch ein Weg zeigte und kleine und große „Wunder“ geschahen, gleichzeitig hatte ich aber auch erlebt, wie es ist, sich vollkommen hilflos und machtlos zu fühlen und an meinem Schicksal nichts ändern zu können.

Kennst du das vielleicht?

Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich Antworten auf meine Fragen gefunden habe. Und ehrlich gesagt, musste ich noch einige Krisen durchleben, bis ich sie nach und nach erkennen konnte.

Es begann mit einem Gefühl, einer sanften Ahnung.

Ich spürte, dass ich eben nicht meinem Herz gefolgt war, sondern mit dem Kopf versucht hatte, mein Leben zu kontrollieren.

Ich hatte nicht nur ein Ziel festgelegt, sondern auch eine klare Vorstellung, wie der Weg dahin auszusehen hatte.

Ich ließ mich nicht vom Leben, vom Universum führen, sondern versuchte meinen Willen durchzusetzen und alles zu kontrollieren.

Ich hatte vergessen auf die Zeichen zu achten, die mir das Leben geschickt hatte, da ich den Weg ja schon „wusste“. Statt auf der Welle zu „reiten“ hatte ich sie irrsinniger Weise bändigen wollen.

Was mir gefehlt hatte, war das Vertrauen in das Leben, in die wundersame Kraft des Universums. Den Mut, sich führen zu lassen, auch wenn man den Weg noch nicht kennt.

Ich weiß, es ist manchmal schwer, dem Leben zu vertrauen, gerade wenn wir uns vom Schicksal getroffen fühlen. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass es nicht leicht ist, manches anzunehmen und irgendwann loszulassen. Es braucht Zeit und macht uns vielleicht große Angst oder unendlich traurig.

Dennoch tut es so unglaublich gut, sich dem Leben anzuvertrauen. Ohne es verstehen zu müssen, daran zu glauben, dass es einen Sinn gibt.

Denn eines haben wir tatsächlich in der Hand: und zwar unsere Gedanken über das, was geschehen ist.

Wie wir über die Ereignisse denken, verändert unser Leben, bestimmt unseren Weg. Und vielleicht liegt gerade hier die Macht unserer Gedanken.

In Filmen ist das oft schön zu beobachten. Die Hauptfigur versucht verzweifelt ihre Pläne zu verwirklichen, aber alles geht schief. Das ganze Universum scheint sich gegen sie verschworen zu haben.

Nur der Zuschauer vor dem Bildschirm erkennt, dass das alles einen Sinn hat. Er sieht zum Beispiel den Mann, der gerade die Straße entlang fährt und schnurstracks auf dem Weg zu der Frau ist, die fluchend mit einer Autopanne am Straßenrand steht und keinen Handyempfang hat. Er weiß, dass es bedeutsam für den weiteren Verlauf der Geschichte ist, dass die beiden sich begegnen.

Es muss nicht immer so klischeehaft wie im Film sein, aber ich bin mir sicher, dass wir manchmal viel leichter und schneller an unser Ziel kämen, wenn wir uns durch Zufälle und andere Begebenheiten von unserem Weg abbringen lassen würden, statt zwanghaft der geplanten Route zu folgen.

Sonst kann es womöglich passieren, dass wir ewig an einer verschlossenen Tür rütteln und nicht bemerken, dass neben uns das Scheunentor weit offen steht.

Wir müssen unser Ziel ja deshalb nicht aus den Augen verlieren, aber vielleicht will uns das Leben den Weg dorthin zeigen oder die Augen für das öffnen, was wir uns wirklich von Herzen wünschen.

Denk mal darüber nach, was das Leben dir vielleicht sagen will?

Fühlt es sich nicht viel freier an, offen für neue Wege zu sein, offen dafür, dass wir nicht immer wissen müssen, welcher Weg für uns gerade der Beste ist?

Ich finde das unglaublich befreiend und erleichternd.

Und dann ist es ja auch noch viel schöner, wenn der Weg uns schon Freude bereitet und nicht nur das Ziel.

Eine Freundin hat einmal zu mir gesagt: Manchmal ist es am Ende gar nicht wichtig, ob wir unser Ziel erreichen, sondern vielmehr, wer wir auf dem Weg dorthin geworden sind.

Ich frage dich, wer bist du?

 

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Hallo, ich bin Bianca Ritter und arbeite als freie Autorin. Du findest auf „Sternschnuppenzeit“ Inspiration und praktische Tipps, um das Leben zu leben, von dem Du träumst. Es geht darum, wieder mehr Zeit mit Dingen zu verbringen, die dir wirklich wichtig sind, nach den Sternen zu greifen und deine Wünsche und Träume zu leben! Mein erster Roman "Das Erbe von Alchatar" wurde 2012 veröffentlicht.

7 Kommentare

  1. Jessy

    Hey Bianca,

    Du schreibst wirklich wahnsinnig inspirierende Texte! Ich habe darüber tatsöchlich noch gar nicht so sehr nachgedacht, dass wir uns manchmal eher von Dingen leiten lassen sollten, als unsere eigenen Ziele zu verfolgen. Aber du hast absolut Recht – manchmal passieren Dinge, die nicht geplant sind, aber das ist kein Grund, sofort den Kopf in den Sand zu stecken.

    Liebe Grüße,
    Jessy von A Trail of Glitter

    Antworten
  2. martina

    Hallo Bianca,
    ich konnte deinen Bericht ganz tief spüren und ich hab ihn gleich zweimal gehört.
    Ich denke, das sind wunderbare Erkenntnisse und ich werde mich darin üben, sie zu verinnerlichen.
    Und wenns hängt, höre ich nochmal
    deinen Beitrag und spüre in mich rein.
    Vielen Dank für deine schönen Beiträge
    Martina

    Antworten
    • Bianca Ritter

      Liebe Martina,

      ich danke dir von Herzen für deine Worte! Es ist so schön, dass du das so empfindest und mir mitteilst. Es freut mich, dass der Beitrag für dich wunderbare Erkenntnisse hatte.
      Für mich ist der Bericht einer der Schlüsselmomente in meinem Leben. Mich hat das seit Jahren immer wieder stark beschäftigt und es war sehr wichtig für mich da einen Weg zu finden, um wirklich weitergehen zu können.
      Ich danke dir für unsere wunderschöne Freundschaft und unsere Gespräche,
      alles Liebe, Bianca

      Antworten
  3. Farid

    Hallo Bianca,
    Habe gerade deinen Artikel gelesen, gefällt mir sehr gut:).
    Wollte mich bei der Gelegenheit wieder mal bei dir melden.
    War grad 3 Wochen in Südamerika und nun bin ich wieder da.
    Um was geht es in deinem ersten Roman „Das Erbe von Alchatar“?
    Herzens Grüsse Farid

    Antworten
    • Bianca Ritter

      Hallo Farid,

      es freut mich, dass der Artikel dir gefällt 🙂
      Ich hoffe, du hattest eine gute Zeit in Südamerika!
      In meinem ersten Roman geht es um eine junge Frau, die an ihrem Geburtstag von ihrer Mutter ein geheimnisvolles Buch überreicht bekommt. Darin findet sie eine uralte Erzählung über die Abenteuer eines Schiffbrüchigen auf einer Insel. Berührt durch die Geschichte und die weisen Bewohner der Insel beginnt sie nach und nach ihr Leben zu verändern und ihrem Herz zu folgen.
      Falls du noch etwas mehr erfahren willst, findest du hier ein paar aktuelle Rezensionen über das Buch 🙂
      http://www.lovelybooks.de/autor/Bianca-Ritter/Das-Erbe-von-Alchatar-1245966620-w/
      Ganz liebe Grüße, Bianca

      Antworten
  4. Petra Maria

    Danke für den wundervollen Blogbeitrag. Wir sollten uns wieder auf uns selbst besinnen und den „Zufällen“ in unserem Leben mehr Bedeutung beimessen. „Wege entstehen, wenn man sie geht. Schritt für Schritt“ In diesem Sinne wünsche ich dir noch einen schönen Tag. Herzliche Grüße Petra

    Antworten
    • Bianca Ritter

      Dankeschön liebe Petra,
      das hast du schön gesagt 🙂
      Ich wünsche dir auch noch einen schönen Tag!
      Ganz liebe Grüße, Bianca

      Antworten

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