Warum hochsensibel zu sein, eine der größten Stärken ist

Warum hochsensibel zu sein, eine der größten Stärken ist

Ich habe es lange als Fluch angesehen, meine Umwelt so stark wahrzunehmen.

Ich wollte nicht so viel bemerken, so viel erfahren und vor allem so viel spüren.

Vielleicht kommt dir das bekannt vor, wenn du hochsensibel oder hochsensitiv bist.

Ich fühlte mich den Reizen hilflos ausgeliefert. Sie strömten auf mich ein, füllten mich aus, waren körperlich spürbar. Manchmal erfasste mich Panik.

Blog als Audio (gelesen von Bianca Ritter)

 

Ich wollte nur flüchten, raus aus der Situation, dem Druck und der unangenehmen Energie entfliehen.

Ich begann manche Orte, manche Menschen zu meiden, zu durchdringend, zu unerträglich war der Kontakt, zu kräftezerrend mein innerer Kampf dagegen.

Ich hatte das Gefühl, als gäbe es keinen Grenzen zwischen mir und meiner Umgebung, als wäre ich schutzlos allen Reizen und Empfindungen ausgeliefert.

Umso mehr ich tat, um mich abzuschirmen und all das Unerwünschte von mir fernzuhalten, umso schlimmer wurde es. Ich schien vollkommen machtlos.

Und so begann ich mich zurückzuziehen, in mein Schneckenhaus zu verkriechen.

Doch das machte mich traurig, denn trotz allem sehnte ich mich nach Kontakt, nach Verbundenheit.

Ich fragte mich, ob die Schöpfung sich da einen schlechten Scherz erlaubt hatte: Mit Menschen zusammen fühlte ich mich schlecht, weil ich mich nicht abgrenzen konnte und es mich belastete, allein fühlte ich mich auf Dauer einsam.

Es lag nicht in meiner Natur, mich zu isolieren.

Ich spürte in mir immer die tiefe Sehnsucht nach Verbundenheit, nach Zugehörigkeit und Gemeinschaft. Wie konnte ich das lösen?

Währenddessen irrte ich ziemlich ziellos auf der Suche nach meiner Identität.

Dadurch, dass ich keine Grenzen zwischen mir und meiner Umgebung spürte, konnte ich oft nicht unterscheiden, was meins war und was von anderen kam.

So trug ich oft Ideen, Wünsche, Ziele, Ambitionen in mir, die gar nicht meinem Wesen entsprachen. Für mich war es eine Strafe, hochsensibel zu sein. Ich wünschte mir das abstreifen zu können, mich selbst irgendwie abzuhärten, unempfindlicher und auch unempfänglicher zu werden.

Zum Glück suchte ich Schutz in den Armen der Natur.

Es dauerte eine Weile bis ich merkte, wie gut es mir tat, die Natur zu spüren. Hier war es schön, so intensiv wahrzunehmen und in aller Fülle die Natur und ihre Energie zu erfahren. Und etwas Besonderes fiel mir im Kontakt zu ihr auf:

Umso stärker ich die Natur fühlte, umso verbundener ich mit ihr war umso stärker spürte ich auch mich.

Zunächst verstand ich das nicht, aber mit der Zeit wurde mir klar, dass alles in der Natur einem innewohnenden Plan folgt. Es verwirklicht sich auf ganz natürliche, beinahe selbstverständliche Weise.

So ist der größte Baumriese bereits in einem winzigen Samen begründet und strebt seiner Verwirklichung von der ersten Sekunde des Aufkeimens entgegen.

Ich erkannte, dass mich der Kontakt zur Natur, die Verbundenheit mit ihr an diesen Plan in mir, an meinen Wesenskern erinnerte.

Gleichzeitig begann ich meiner inneren Stimme zu lauschen.

Ich fand Wege, meine Stimme aus den Stimmen anderer herauszuhören.

Und was mit vorher wie ein Fluch erschien, fühlte sich plötzlich wie ein Geschenk, wie eine wunderbare Gabe an.

Ich ließ mich fallen, tauchte in die Natur, in Pflanzen und Tiere ein, lernte die sanfte Stärke von Krafttieren kennen und begann mit diesen zu arbeiten.

Ich war dankbar für die Möglichkeit all das so fein und intensiv wahrnehmen zu können.

Und das Spannendste: Umso stärker ich spürte, wer ich war und was mich ausmachte, umso weniger störend und belastend wurden die Einflüsse von meinem Umfeld.

Plötzlich schien sich wie ein unsichtbarer Schutz aufzubauen.

Ich konnte es immer noch wahrnehmen, die zahlreichen Reize im Außen erkennen, die Gefühle meines Gegenübers spüren, aber übermannten mich nicht mehr, sie füllten mich nicht aus.

Denn ich war von innen heraus gefüllt. Ich konnte unterscheiden, was meins war und was zu dem anderen gehörte.

Und darin liegt der Unterschied:

Wenn du versuchst dich zu schützen, dich abzugrenzen und vor den Reizen abzuschirmen, dann bist du im Außen.

Dann kann es sein, dass du dich verlierst und überrannt wirst. Und umso stärker du dagegen kämpfst, umso schlimmer wird es womöglich.

Wenn du aber stattdessen den anderen Weg gehst, dich innerlich stärkst, lernst mit dir in Verbindung zu bleiben, dich von fremden Reizen und Gefühlen zu unterscheiden.

Dann kannst du es betrachten und wieder loslassen, dann hast du die Wahl. Dann bleibst du bei dir.

Dann kann deine feine Wahrnehmung ein Geschenk werden.

Wenn du in Kontakt mit deiner inneren Stimme kommst und empfänglich bist für die feinen Nuancen, dann wirst du meist schon vorher wissen, wie sich Dinge entwickeln werden, wie andere Menschen sich dir gegenüber verhalten und auf welchem Weg du dich wohlfühlen wirst.

Dann ist, hochsensibel zu sein, eine deiner größten Stärken und Hilfen in deinem Leben!

Ich weiß nicht, wo du gerade stehst, aber das spielt keine Rolle, du kannst genau dort anfangen, wo du gerade bist.

Jeder Weg beginnt mit einem ersten Schritt und dazu möchte ich dich gerne einladen etwas auszuprobieren:

Beobachte dich einmal selbst, wenn du in eine der Situationen kommst, bei denen du dich überflutet fühlst und nicht schützen kannst. Versuchst du verzweifelt den anderen abzuwehren? Verwendest du deine Energie vor allem darauf, die Reize oder Empfindungen so schnell wie möglich loszuwerden, zu bekämpfen.

Ist der Fokus dabei ständig beim anderen, bei dem Unangenehmen, bei dem, was du nicht willst?

Wäre es nicht viel angenehmer, wenn du wirklich bei dir bleiben könntest, alles wahrnehmen würdest und es trotzdem nicht zu dir werden würde?

Ich sage dir ganz offen, das geschieht meist nicht von heute auf morgen. Aber wenn du magst, dann suche doch heute einmal die Natur auf oder widme dich (d)einem Tier.

Schenke, dem was du dir ausgesucht hast, all deine Aufmerksamkeit.

Ergründe sein Wesen, versenke dich bewusst hinein, fühle die Energie, nimm alles in dich auf. Tue dies mit Neugier, mit Offenheit, mit Aufrichtigkeit.

Und dann beobachte, was es mit dir macht.

Wie fühlst du dich dabei? Wie geht es dir? Welche Gefühle spürst du in dir?

Falls du so etwas vorher noch nie gemacht hast, sei nicht zu streng mit dir, probiere dich aus, mach es dir leicht, schau, wie es für dich am angenehmsten und leichtesten ist.

P.S.

Und wenn du spürst, dass es jetzt an der Zeit ist, dich und dein einzigartiges Wesen kennenzulernen und du mehr darüber erfahren möchtest, wie du dich mit deiner inneren Stimme verbindest, dann lade ich dich von Herzen zu meinem kostenlosen Webinar „Spüre deine innere Weisheit“ ein.

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Hallo, ich bin Bianca Ritter und arbeite als freie Autorin. Du findest auf „Sternschnuppenzeit“ Inspiration und praktische Tipps, um das Leben zu leben, von dem Du träumst. Es geht darum, wieder mehr Zeit mit Dingen zu verbringen, die dir wirklich wichtig sind, nach den Sternen zu greifen und deine Wünsche und Träume zu leben! Mein erster Roman "Das Erbe von Alchatar" wurde 2012 veröffentlicht.

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