Wenn Gefühle krank machen – die Kehrseite der Positivität

Wenn Gefühle krank machen – die Kehrseite der Positivität

Gefühle können zur Last für dich werden und deinen Körper krank machen.

Doch es gibt etwas, das du für dich tun kannst. Du musst dir nur zur allererst bewusst werden, warum du unter deinen Gefühlen leidest.

Ich selbst brauchte auch ein schmerzhaftes Warnsignal, um zu bemerken, dass da etwas schief läuft.

 

Eines Morgens bin ich aufgestanden und habe festgestellt, dass mein Zahn gerissen ist.

Er hat dem Druck nicht länger standgehalten und ist einfach in der Mitte auseinandergebrochen.

Nacht für Nacht hatte ich verarbeitet, was ich tagsüber nicht ausgesprochen hatte.

Immer dann, wenn ich die Zähne nicht auseinander bekommen habe und stattdessen gutmütig gelächelt habe.

Immer nett, immer freundlich, immer positiv.

So wie ich es mir von mir wünschte. So wie ich gerne sein wollte.

Doch um welchen Preis?

Nachts, dann wenn ich zur Ruhe kam, haben all die unterdrückte Gefühle an meiner Seele genagt.

Da lag ich zerknirscht im Bett und habe den ganzen Druck, die Wut, die Enttäuschung, den Frust und Ärger abgebaut, den ich Tag für Tag gesammelt hatte.

Ich frage dich, warum habe ich das getan?

Warum tust du es?

Frage dich einmal ganz ehrlich: Drückst du deine Gefühle aus?

Darfst du so sein, wie du bist?

Oder leidet dein Körper auch unter dem, was du an dir nicht möchtest, was du lieber wegschiebst und verdrängst?

Rückenschmerzen, Magenprobleme, Kopfweh, Schlaflosigkeit, Übergewicht …

Der Körper drückt aus, wenn wir uns nicht ausdrücken können.

Er zeigt uns, wenn es der Seele nicht gut geht.

Er zeigt, wenn wir Stress haben, wenn wir Emotionen unterdrücken und nicht gut für uns sorgen.

Positive Menschen hat man gerne um sich. Unkompliziert, fröhlich, einfach …

Ich selbst gebe auf meiner Seite motivierende Zitate, positive Gedanken und Sprüche.

Und ich glaube es ist auch wichtig und förderlich, sich im Leben auf das Positive zu konzentrieren.

Aber du darfst dabei nicht das Gleichgewicht verlieren.

Nur positiv geht nicht.

Nur gute Gefühle gibt’s auf Dauer nicht. Es sei denn, du bist schon erleuchtet.

Viel zu oft machst du dir selbst etwas vor, erlaubst dem Negativen nicht da zu sein, kannst es nicht als Teil von dir akzeptieren.

Du glaubst dann vielleicht, du könntest darüber stehen, hättest gelernt mit Frust und Ärger umzugehen.

„So schlimm ist es ja nicht.“

„Es gibt bestimmt etwas Positives daran, was ich jetzt noch nicht sehe.“

Doch statt wirklich anzunehmen und loszulassen, schluckst du die Gefühle viel zu oft nur hinunter.

Du versuchst jemand zu sein, der du nicht bist.

Du willst nicht wahr haben, dass es dich ärgert, traurig macht oder frustriert.

Eine Freundin hat einmal zu mir gesagt: „Freundschaften müssen unkompliziert sein, sonst funktionieren sie nicht.“

Aber wie lange funktionierte ich?

Was ist, wenn du so viel Rücksicht nimmst, dass du dich selbst nicht mehr berücksichtigst?

Zerstören wir uns lieber selbst als anderen zu missfallen, unangenehm und schwierig zu sein, kompliziert und womöglich launisch?

Warum fällt es uns so schwer, uns so anzunehmen, wie wir sind?

Warum lieben wir uns nicht, so wie wir sind, mit all unseren Gefühlen?

Mit Liebe, Freude, Dankbarkeit aber auch mit Enttäuschung, Wut, Angst und Frustration?

Warum wollen wir besser werden, statt einfach gut genug zu sein?

Du kannst dich dafür entscheiden, wenn du es willst.

Es ist Zeit, gut für dich zu sorgen!

Werde dein bester Freund, deine beste Freundin.

Steh für dich ein!

Wenn dieser Text den Weg zu dir gefunden hat, dann wünschst du dir zu heilen und dir zu erlauben, so zu sein, wie du bist mit allen vermeintlichen Fehlern und Schwächen.

Du bist einzigartig und jeder Makel, jede noch so ungeliebte Eigenschaft macht dich zu dem besonderen Menschen, der du bist.

Nimm dich an, so wie du bist. Du musst nicht besser werden.

Achte auf dich. Achte darauf, dass es dir gut geht.

Sorge für dich, wie du für einen guten Freund sorgst.

Setze Grenzen, sei unbequem, wenn es nötig ist. Und verurteile dich nicht.

Du bist der wichtigste Mensch in deinem Leben.

Und erst dann kannst du für andere da sein.

Was hilft es dir, wenn du alles richtig machst, aber daran irgendwann zerbrichst?

Sei authentisch, sei ehrlich zu dir.

Dein Körper wird es dir danken.

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Hallo, ich bin Bianca Ritter und arbeite als freie Autorin. Du findest auf „Sternschnuppenzeit“ Inspiration und praktische Tipps, um das Leben zu leben, von dem Du träumst. Es geht darum, wieder mehr Zeit mit Dingen zu verbringen, die dir wirklich wichtig sind, nach den Sternen zu greifen und deine Wünsche und Träume zu leben! Mein erster Roman "Das Erbe von Alchatar" wurde 2012 veröffentlicht.

10 Kommentare

  1. Kea

    Authentisch sein und sich in allen seinen Gefühlen und Gedanken annehmen können – manchmal eine Herausforderung, aber mit Sicherheit der beste Weg 🙂 Ich danke dir, dass du mit diesem Artikel bei meiner April-Link-Party dabei warst! Vielleicht hast du im Mai wieder Lust, mitzumachen und einen Beitrag aus dem letzten Jahr zu zeigen? Die Partys werden in Zukunft immer ab 15. zur Monatsmitte stattfinden 🙂 Liebe Grüße! Kea

    Antworten
  2. Klaus Wenderoth

    „Sei authentisch, sei ehrlich zu dir. Dein Körper wird es dir danken.“
    So ist es, als abschließender Satz, unter dem Artikel zu lesen.
    Doch es wird nicht der eigene Körper sein, der es uns danken wird.

    Hinzu kommen all die Menschen um uns herum, die all die zwanghaft „Immer-nur-gut-drauf-Zeitgenossen“, mit ihrem ewigen Dauergrinsen im Gesicht, nicht mehr ertragen wollen. Da greift, seit einiger Zeit, eine weitere Unsitte aus „good old America“, auch hier bei uns um sich.
    Alles ist immer super, ganz toll und weiß der Teufel was noch.
    Wer glaubt das eigentlich noch? Bitte melde Dich! 😉

    Antworten
  3. Jana

    Liebe Bianca,

    ein sehr berührender Artikel mit ganz viel Wahrheit drin. In meiner täglichen Arbeit mit Menschen sehe und spüre ich, was unterdrückte Gefühle mit einer Person machen können. Die Krankheitsbilder sind vielfältig. Hinzukommt dann die Sprachlosigkeit beim Erkennen der eigenen Lage. Den Mut aufzubringen, sich seine Situation einzugestehen und dann darüber zu reden. Dies kann manchmal ein langer und harter Weg sein, der sich aber lohnt gegangen zu werden.

    Danke für deine Zeilen.

    Mit sonnigen Grüßen
    Jana

    Antworten
    • Bianca Ritter

      Liebe Jana,
      ich danke dir für deinen interessanten und wertvollen Beitrag.
      Ich glaube auch, dass es Zeit und Mut braucht, sich das einzugestehen und dann auch darüber zu reden. Mir selbst ist es zunächst auch nicht leicht gefallen, darüber zu sprechen.
      Und dann auch noch diesen Blogbeitrag darüber zu veröffentlichen, hat mich große Überwindung gekostet und mir auch zunächst Angst gemacht.
      Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass es sehr erleichernd ist, es auzusprechen und dass es anderen den Mut gibt, es dann ebenso zu tun.

      Ganz liebe Grüße, Bianca

      Antworten
  4. Bärbel

    Hallo Bianca, toller Artikel :-). Ich stelle mir das Leben immer als Waage vor. Wenn ich immer nur positiv bin und alles negative verdränge, gerät diese in Schieflage. Das unterdrückte und unterbewusste wird immer schwerer und zieht am Ende runter. Ich frage mich oft, wer erlaubt es den anderen Menschen, Urteile zu fällen? Was ist gut oder nicht gut? Wer ist positiv oder negativ? Ich stehe zu meinem Charakter und stelle ihn auch nicht in Frage. Jede Eigenschaft, die bei anderen aneckt und als negativ empfunden wird, hat auch ihr positiven Aspekte. Warum sollte ich dies unterdrücken? Ich bin so und andere sind ebenfalls so wie sie sind. Ich denke was unserer Gesellschaft fehlt ist einfach Tolleranz und die Akzeptanz, dass das eigene Weltbild nicht das Weltbild der anderen sein kann.

    Glücklich wird der, der einfach lebt 🙂
    Liebe Grüße Bärbel

    Antworten
    • Bianca Ritter

      Liebe Bärbel,
      Dankeschön. Ja, das Bild mit der Waage kann ich gut nachempfinden. Es fühlt sich für mich dann ein wenig an, als würde man irgendwann kippen und nach hinten runter fallen.
      Deine Fragen haben mich zum nachdenken angeregt.
      Ja, warum ureilen Menschen, was ist gut ist und was schlecht? Ich habe mich dann gefragt, warum urteile ich manchmal selbst über andere oder vor allem über mich. Da denke ich, „Das hätte ich besser machen können“ oder „Jetzt hab ich da immer noch nicht daraus gelernt…“ Ich glaube, umso mehr wir uns selbst so akzeptieren können und uns so nehmen, wie wir sind und zufrieden mit uns sind, um so leichter fällt es uns auch andere zu akzeptieren und glücklich zu sein.
      Ich wünsche dir ein schönes Wochenende, Bärbel!
      Und ja, das ist ein schöner Satz: „Glücklich ist der, der einfach lebt!
      Danke!
      Liebe Grüße, Bianca

      Antworten
  5. Martina Weinschneider

    Hallo Bianca,
    ja, es fällt schwer sich mit all seinen Schwächen und Launen zu lieben und zu leben. Und wichtig dabei ist auch, die Gefühle genau dort einzuordnen, wo sie hingehören. Oft ist der Auslöser nicht der eigentliche Ursprung des Ganzen. Deswegen ist ein Innehalten und Nachspüren, wo es wirklich hingehört, sehr hilfreich.
    Vielen Dank für deinen ermutigenden Beitrag, zu sich zu stehen.
    Liebe Grüße Martina

    Antworten
    • Bianca Ritter

      Liebe Martina,
      Danke für diesen wertvollen Hinweis.
      Ja, ich glaube auch, dass es uns hilft immer wieder innezuhalten und uns bewusst zu werden.
      Gerade bei Wut habe ich oft die Erfahrung gemacht, dass sie sich aufgestaut hat und dann am „falschen“ Platz entladen hat.
      Ich danke dir dafür, dass du uns an deinen Gedanken teilhaben lässt.
      Alles Liebe, Bianca

      Antworten
  6. Lothar Obrecht

    Hallo Bianca,
    Vielen Dank für Deine Zeilen. So augenscheinlich angenehm cool und gechilled unkompliziert sein ist-, so sehr entfernen wir uns von dem Menschen, der wir wirklich sind und verstehen irgendwann gar nicht mehr, warum wir plötzlich aus der Balance fallen und krank werden. Wahrhaftigkeit ist dann oft gar nicht mehr wahrnehmbar. Wie soll ich wahrhaftig sein, wenn ich nicht mehr zu meinen Gefühlen stehen kann, weil ich sie zu lange einfach unterdrückt habe..Wichtiges Thema.
    LG Lothar

    Antworten
    • Bianca Ritter

      Hallo Lothar,

      das hast du wirlich treffend erklärt. Da stimme ich dir voll und ganz zu.
      Ich selbst habe es ja auch erst viel später erkannt, als ich schon längst die Balance verloren hatte und mein Körper es mir gezeigt hat.
      Aber es zu bemerken ist der erste Schritt und dann wenn man das spürt, dann kann man auch immer wahrhaftiger werden und sich deutlicher spüren.
      Ich danke dir für deine Worte.
      Liebe Grüße, Bianca

      Antworten

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