Vom hässlichen Entlein – Warum es sich lohnt, anders zu sein

Vom hässlichen Entlein – Warum es sich lohnt, anders zu sein

Viele von uns wollen sich leben, sich zeigen, neue Wege gehen.

Aber das ist nicht immer leicht.

Anders zu sein, kann wehtun, anstrengend sein und viel Mut und Selbstvertrauen erfordern.

Von klein auf haben wir gelernt, uns anzupassen, dazuzugehören, uns beurteilen und bewerten zu lassen. Und wer es nicht konnte oder wollte, hat oft darunter gelitten.

Blog als Audio (gelesen von Bianca Ritter)

Ich habe vor kurzem in einem Buch (Die Wolfsfrau) die Geschichte des hässlichen Entleins gelesen.

Ich kannte das Märchen längst aus meiner Kindheit.

Und doch hat mich die Botschaft dieses Mal tief berührt und ich habe ein großes Geschenk für meinen Weg darin entdeckt.

Du fragst dich jetzt womöglich, was ein Kindermärchen mit meinem persönlichen Weg zu tun hat?

Sehr sehr viel!

Kurz zur Erzählung “Das hässliche Entlein”

(Nimm dir die Zeit, die Geschichte zu hören, auch wenn du sie schon kennst. Es lohnt sich.)

Das hässliche Entlein ist eigentlich ein Schwanenjunges, dessen Ei im Nest einer Ente gelandet ist. Es wird von der Ente aufgezogen.

Das Entlein ist anders.

Es passt nicht in sein Umfeld.

So sehr es sich auch anstrengt, es ist nie gut genug.

Es wird ausgelacht, kritisiert und sogar angegriffen und verletzt.

Das Entlein ist unglaublich traurig. Denn es ist sich keiner Schuld bewusst.

Es wird ausgestoßen, nur weil es ist, wie es nun mal ist.

Kommt dir das bekannt vor?

Es muss nicht immer so deutlich wie in dem Anfang dieser Geschichte sein.

Aber vielleicht kennst du diese Situation auch aus deinem Leben?

Vielleicht hattest oder hast du auch manchmal das Gefühl nicht so angenommen zu werden, wie du bist.

Vielleicht fühlst du dich nicht wirklich verstanden, scheinst nirgends so richtig hineinzupassen.

Du kennst solche Kritik von deiner Familie oder aus der Schule, von der Arbeit oder von Freunden und Bekannten.

Und vielleicht fragst du dich manchmal, warum du anders zu sein scheinst, als die anderen.

Und warum du so, wie du bist, nicht einfach in Ordnung sein kannst.

Du bemühst dich an dir zu arbeiten und besser zu werden.

Du hast dich angepasst, versuchst verzweifelt, anerkannt zu werden, willst einfach dazu gehören.

Doch es ist so unglaublich anstrengend!

Du verbiegst dich und scheinst noch so viel lernen zu müssen.

Und manchmal bist du dann lieber allein, weil du das Gefühl hast, dich nicht gut abgrenzen zu können.

Oder du hast keine Kraft mehr, um dich den Meinungen anderer zu stellen.

Mir ging es oft so.

Und ich war zeitweise so bemüht, alles richtig zu machen, dass ich selbst nicht mehr wusste, was ich wirklich wollte.

Deine persönlichen Talente als Schlüssel zu dir

In der alten Version des Märchens sucht das hässliche Entlein Schutz in einer Hütte, in der auch eine Katze und ein Huhn leben.

Als sie es fragen, was es für Fähigkeiten hat, da erzählt es begeistert von seiner Liebe zum Wasser und seinem Talent als Schwimmer.

Doch damit trifft es auf Unverständnis und blankes Entsetzen bei den beiden anderen Tieren.

Die Katze und das Huhn erklären dem Entlein, dass sein Talent und die Begeisterung für Wasser „unnormal“ und vollkommen nutzlos seien.

Die Katze erklärt, sie würde Mäuse fangen und das Huhn Eier legen, um seinen Beitrag zu leisten.

Was solle das Entlein da mit seinem Schwimmtalent beitragen?

Schwanenjunges Das hässliche Entlein ist enttäuscht. Es fühlt sich auch hier fehl am Platz und kann die Erwartungen der anderen nicht erfüllen.

Es zieht alleine weiter.

Stell dir vor, das Entlein hätte aus dieser Situation die Schlussfolgerung gezogen, dass Wasser nicht gut für es sei und sein Talent etwas Schlechtes wäre, das niemand nützt.

Klar, aus Sicht einer Katze oder eines Huhns ist das so.

Aber diese Fähigkeiten liegen in der Natur eines Schwanes und sind ein Teil von ihm.

Es wäre falsch, sie abzulehnen.

Was bedeutet das für dich?

Wenn du erkennst, wer du bist und dich dann selbst so annehmen kannst, machst du dir eines der größten Geschenke.

Du musst nicht besser werden, du bist bereits gut so, wie du bist.

Wichtig ist dabei, dass du dann auch die anderen annimmst, wie sie sind und sie nicht verurteilst.

Es hätte in der Geschichte nichts geholfen, wenn das Entlein die Katze zum Schwimmer hätte bekehren wollen!

Es gibt kein richtig oder falsch, nicht den “einen guten Weg” für alle.

Du kannst nur deinen eigenen herausfinden, das, was sich für dich richtig anfühlt.

Du kannst nicht wissen, wie es für den anderen wäre.

Für mich war es sehr befreiend zu verstehen, dass es keine objektive Meinung gibt.

Jeder hat seine eigene ganz bestimmte Wahrnehmung.

Vielleicht kannst du selbst den ersten Schritt machen, indem du die Meinungen anderer einfach so stehen lässt und akzeptierst, dass sie anders denken als du und das ok ist.

Mache ihnen das Geschenk, das du dir wünschst.

Du wirst feststellen, wie frei dich das macht!

Aber wie findest du heraus, wer du bist?

Noch weiß das Entlein nicht, was es in Wahrheit ist.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass da viele unterschiedliche Stimmen in meinem Kopf herumschwirren und es manchmal nicht leicht ist, herauszufinden, welche davon meine eigene ist.

Viele Dinge haben wir gelernt und längst als Wahrheit akzeptiert, obwohl sie auch nur auf Meinungen aufbauen.

Ich brauche den Rückzug, um zu mir zu finden.

Ich weiß nicht, ob du es mitbekommen hast, aber auf meinen Blog war es die letzten Wochen ziemlich still.

Ich habe mir Zeit genommen, um zu spüren, was für mich gut ist und wo ich wirklich in meinem Element bin. Kleine Auszeiten helfen mir dabei.

Stell dir doch einmal (nur für dich) die folgenden Fragen:

• Wie wichtig ist es dir, dass dein Weg von anderen akzeptiert oder wenigstens verstanden wird?

• Wieviel bist du bereit von dir aufzugeben, um als halbwegs „normal“ durchzugehen?

• Wieviel lässt du dich bei deinen Entscheidungen von deinem Umfeld beeinflussen?

Vielleicht hast du auch die Möglichkeit, dir etwas Zeit dafür zu nehmen und in dich hineinzuhorchen.

Oft reicht schon eine Viertelstunde am Morgen oder am Abend, in der du mit dir alleine bist und versuchst zu entdecken, was da gerade in dir vor sich geht und wer du wirklich bist.

Mir kamen zu Beginn meines Rückzugs die Fragen:

Kann ich mich etwa nur selbst leben, wenn ich allein meinen Weg gehe?

Muss ich mich zwischen Gemeinschaft und Selbstentfaltung entscheiden?

Nein! Natürlich nicht!

Und damit kommen wir zum wunderschönen Ende der Geschichte.

(Das hässliche Entlein entdeckt, dass es ein Schwan ist und findet Artgenossen.)

Es schwimmt allein auf einem See und plötzlich nähert sich ihm eine Gruppe Schwäne.

Ängstlich senkt es den Kopf und bemerkt dabei sein Spiegelbild im Wasser.

Es ist überwältigt von seiner eigenen Schönheit.

Es erkennt zum ersten Mal, was es wirklich ist.

Das Entlein, oder besser gesagt, der junge Schwan schwimmt stolz weiter hinaus.

Und kurz darauf ist er auch schon von vielen anderen Schwänen umgeben, die ihm alle ähnlich zu sein scheinen.

Darin steckt eine wundervolle Botschaft.

Wenn du deinen eigenen Weg gehst und den Mut hast, deine Flügel zu entfalten und dich zu zeigen, dann geht es dir vielleicht wie dem Entlein in der Geschichte.

Dann tauchen plötzlich Menschen in deinem Leben auf, die dir gar nicht so unähnlich sind.

Sie erkennen sich in dir und du in ihnen.

Überrascht stellst du fest, dass es da doch noch mehr von “deiner Sorte” gibt.

Und auf einmal brauchst du dich gar nicht mehr zu verstellen, um verstanden oder angenommen zu werden.

Du kannst entspannt so sein, wie du bist und deine “besondere” Art mit anderen teilen.

Du fühlst dich am richtigen Platz und in “bester” Gesellschaft.

Ich habe auch eine Facebookgruppe für feinfühlige, vielbegabte Frauen auf der Suche nach dem, was sie wirklich von Herzen erfüllt und ihnen Freude bereitet. Komm gerne mit dazu, wenn du dich angesprochen fühlst: Finde deine Berufung – Frei und erfüllt die eigene Gabe leben

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Bianca Ritter ist Mentorin für Berufung und Intuition. Sie reist seit Anfang 2018 mit ihrem Mann und Hund durch Europa. Ihre Herzensmission ist es, Menschen dabei zu unterstützen,sich wieder mit ihrer inneren Stimme zu verbinden und herauszufinden, was sie im Leben wirklich glücklich macht. Sie hilft auch Selbstständigen dabei, ihr Business ganz auf die eigene Art zu kreieren, frei und authentisch. Ihre Facebookgruppen Finde deine Berufung - Frei und erfüllt deine Gabe leben Einfach DU – Erfolgreich selbstständig auf deine Art

8 Kommentare

  1. Jana ~ zuFussunterwegs

    Hi Bianca,

    welch’ schöne Botschaft Du eingerahmt hast in dieses wunderbare Märchen vom hässlichen Entlein. Ein ganz toller Beitrag, dem ich wünsche, dass in viele Menschen lesen werden.

    Wichtig ist es meines Erachtens auch, den Mut für Entscheidungen aufzubringen, um ein stolzer Schwan zu sein bzw. seinen eigenen Weg zu gehen. Das wünsche ich uns Lesern!

    Ich zum Beispiel habe mir vorgenommen, bewusst und immer öfter langsam zu machen in unserer schnellebigen Zeit – und mir geht es richtig gut damit!

    Fussige liebe Grüsse von LangsamMacher Jana

    Antworten
  2. Kirstin

    regt zum nachdenken an, alles Liebe Kirstin von besportiii

    Antworten
  3. Kathi Keinstein

    Nach der Lektüre dieses wunderbaren Beitrags stehen mir jetzt glatt die Tränen in den Augen! Denn die Geschichte vom hässlichen Entlein ist letztlich auch meine Geschichte.

    Dabei wird mir nicht nur dieser Tage so richtig bewusst, welch grosse Bedeutung die zweite Erkenntnis aus der Sache (“Wichtig ist dabei, dass du dann auch die anderen annimmst, wie sie sind und sie nicht verurteilst.”) für mich hat. Diese Aussage kann ich aus vollem Herzen unterschreiben, ist doch die grundlegende Achtung gegenüber anderen und ihrem Leben schon lange ein wichtiger Teil meiner Wertvorstellungen – auch wenn ich dafür erst vor Kurzem Worte zu finden begonnen habe. Und diese Worte nun in diesem Rahmen zu lesen, bevor ich sie selbst gesagt oder geschrieben habe, berührt mich ganz besonders.

    Dazu kommt, dass ich erst gestern auf diese offenbarende Weise ein paar “meiner” Schwäne begegnet bin :).

    Liebe Grüsse,
    Kathi “Keinstein”

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  4. Julez

    Was man nicht alles für Weisheiten entdeckt man mal wieder ein Kinderbuch zu Hand nimmt 🙂

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  5. Nicole

    Ich habe in der letzten Zeit viel über genau dieses Thema nachgedacht und auch mit sehr vielen darüber gesprochen. Mich verfolgt immer das “Ich bin nicht … genug”. Inzwischen weiß ich, dass diese Gedanken nicht nur bei mir sind, sondern bei nahezu jedem, mit dem ich darüber gesprochen habe. Wir alle haben unsere Baustellen, wir alle fühlen uns irgendwo nicht dazu gehörig – und das zeigt auch schon wieder, dass wir doch dazu gehören 😉 Zum Kreis der Unperfekten sozusagen.
    Seitdem versuche ich mir das immer ins Gedächtnis zu rufen, wenn meine Zweifel mal wieder zu groß werden.

    Antworten
  6. Martin

    So ging es mir auch! Ich war immer das Dicke Kind. Wurde in der Schule geärgert, war quasi das hässliche Entlein. Der letzte der in Schulmannschaften gewählt wurde. Aber ich wusste immer, dass ich nicht wie die anderen sein will und meinen Weg gehen muss!! Heute bin ich froh, schon in jungen Jahren diese Stärke gehabt zu haben!!!

    Liebe Grüße,
    Martin
    look-scout.de

    Antworten
  7. Ursula

    Hallo liebe bianca,
    schön mal wieder was von dir zu lesen. Oh ja wie ich das kenne schon mein Leben lang sich nicht dazu gehörig fühlen, irgendwie falsch am Platz zu sein und nie mit sich und mit dem was man schon geleistet hat zufrieden zu sein.
    Das durfte ich die letzten Monate heilen lassen und es fällt mir teilweise immer noch schwer. Aber ich liebe mich jeden Tag ein bißchen mehr und werde zum Schwan. Gerade heute hatte ich eine schamanische Reise und das Krafttier Schwan zeigte sich und jetzt lese ich Deine Mail wie passend wieder.
    Alles Liebe und ein schönes Wochenende
    Herzlichst Uschi

    Antworten
  8. Monya

    Liebe Bianca,
    was für eine schöne, aber auch traurige Geschichte.
    Ich kenne das Gefühl auch zu gut, nie mit sich zufrieden zu sein oder immer das Gefühl zu haben, nicht gut genug zu sein.
    Ich denke man muss üben, sich selbst zu lieben, das geht nicht von einem Tag auf den anderen. Vor allem muss man sich auch selbst zwingen, diese ständigen kritischen Gedanken einfach auszuschalten. Anfangs ist das schwer, aber es geht immer leichter.
    Ich habe erst vor einigen Tagen darüber einen ganzen Post geschrieben, schau doch mal rein – er passt super zum Thema 🙂
    http://becrazygohappy.de/i-love-myself-oder-5-schritte-zu-mehr-selbstliebe/
    Liebe Grüße, Monya 🙂

    Antworten

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