Wenn „ normal“ nicht funktioniert oder warum ich jetzt im Wohnwagen lebe und glücklich bin

Wenn „ normal“ nicht funktioniert oder warum ich jetzt im Wohnwagen lebe und glücklich bin

Schon lange hatte ich den Traum, am Meer zu leben.

Ich habe mir gewünscht, am Strand zu sitzen und dort zu schreiben.

Das Funkeln der Sonne auf den Wellen zu betrachten, die salzige Brise und den Duft von Pinien dabei in der Nase …

Viele Jahre war es ein Traum, ich wusste nicht genau, wie es funktionieren könnte.

Aber seit knapp 2 Monaten ist es tatsächlich Wirklichkeit!

Und ich sitze gerade hier an der Küste Italiens, während ich dir diesen Beitrag schreibe.

Bis hierher, war es eine spannende Reise mit etlichen Auf und Abs.

Begonnen hat sie eigentlich schon 2013, als mein Mann Daniel das Haus verkaufte und wir für 7 Monate nach Ibiza gingen. Das war einfach wunderbar, aber nach den 7 Monaten sind wir erst einmal wieder zurück in die Heimat gekehrt. Zuviel war damals unklar. Wir wussten noch nicht, was wir wirklich machen wollten, wie wir eigentlich leben wollten.

Es dauerte ungefähr 2 Jahre, dann sind wir wieder losgefahren. Dieses Mal mit Wohnwagen, immer am Atlantik entlang, 8000 Kilometer in 50 Tagen.

Wieder war es unglaublich schön und wieder sind wir danach zurückgekommen.

Doch allmählich wussten wir, was wir wollten.

Wir wollten unabhängig sein und frei, uns nicht für einen Ort zum Leben entscheiden, sondern reisen und dort bleiben, wo es uns gefiel.

Ein gutes Jahr später hatten wir beide eine ortsunabhängige Arbeit, auch das Thema Kinder, ein Punkt, der mich doch immer wieder noch unbewusst zurückgehalten hatte, war abgeschlossen, und wir hatten auch sonst nichts, das uns fest an die Heimat gebunden hätte.

Das Wundersame war, dass alles hatte wie von selbst entwickelt.

Wir hatten es nicht aktiv geplant, uns von allem frei zu machen, um dann loszufahren zu können.

Ich glaube, in dem Moment, wo wir innerlich klar wussten, was wir wirklich wollten und diese Vision im Herzen trugen, hat sie uns wie ein innerer Kompass geführt.

Wir haben bei jeder Entscheidung, die wir getroffen haben, bei jedem Entschluss, jeder neuen Möglichkeit, einen Schritt weiter in diese Richtung gemacht.

Bewusst geworden ist uns das erst, als wir ziemlich plötzlich, wegen Folgen eines Wasserschadens aus unserer Wohnung heraus wollten. Wir überlegten, wie wir schnell eine neue Wohnung finden könnten.

Da wurde uns plötzlich klar, dass wir das gar nicht brauchten, sondern dass wir die Möglichkeit hatten, jetzt und hier, sofort alles aufzulösen, loszufahren und unseren Traum zu verwirklichen. Und das taten wir dann auch!

Es ging rasant schnell.

Wir lösten in 2 Wochen unseren kompletten Haushalt auf, verkauften und verschenkten alles!

Wir reduzierten es auf das, was wir wirklich brauchten und haben wollten. Wir erledigten alle Formalien, meldeten ab, was möglich war.

Und eine weitere Woche später fuhren wir auch schon mit dem Wohnwagen in Richtung Süden.

Das war ein atemberaubendes und auch ein wenig beängstigendes Gefühl!

Ich merkte deutlich, dass das Herz spürte, was jetzt passierte, dass wir gerade unseren Traum verwirklichten.

Der Verstand dagegen brauchte noch eine ganze Weile, um zu begreifen, was wir da taten.

Jetzt sind wir bereits 2 Monate weg und ich habe es keine Sekunde bereut.

Es ist nicht jedermanns Sache. Aber ich weiß, es ist genau meins!

Es ist das, was ich will. Es ist das Leben, was mich glücklich macht.

Ich verbringe viel Zeit am Meer und ich tue das, was ich liebe. Ich arbeite als Autorin und als Coach, helfe Frauen dabei ihre Berufung zu finden und ihre Träume zu verwirklichen.

Es war natürlich teilweise auch nicht leicht, soviel loszulassen, von Möbeln, Gegenständen, Klamotten über Gewohnheiten, Sicherheitsgedanken, wie auch regelmäßige Treffen mit Freunden und Familie.

Es war herausfordernd, anstrengend und beängstigend, aber auch befreiend, aufregend und spannend.

Ich glaube, der schwierigste Prozess war, aus den alten Gedankenmustern auszubrechen, was ich als normal gelernt hatte.

Obwohl ich es nicht wirklich wollte, habe ich sehr viele Jahre immer wieder versucht, in ein ganz „normales“ Leben hineinzupassen.

So etwa wie: einen guten Job zu finden, zu heiraten, Kinder zu bekommen, ein Häuschen zu bauen und so weiter …

Es war schmerzhaft, mich immer wieder anzustrengen, diesem inneren Bild gerecht werden zu wollen.

Ich hatte das so stark in mir, dass ich gar keine wirklichen Alternativen dazu sehen konnte.

Ich kam immer und immer wieder an den Punkt, an dem ich feststellen musste, dass es für mich nicht funktionierte, dass ich so nicht glücklich war.

Aber ich wusste auch nicht, was ich stattdessen wollte.

Es hat wirklich viele Jahre und zahlreiche Tränen gekostet, bis ich mich mehr und mehr frei davon machen konnte.

Und erst meine Arbeit mit Krafttieren und die tiefe Verbindung zur Natur haben mir schließlich geholfen, wirklich loszulassen.

Erst als die Glaubensmuster davon, wie „man normalerweise lebt“, sich auflösten, erst als sich die Erwartungen, die festen Vorstellungen vom Leben, der Schmerz des „sich anders fühlen“ nach und nach gelöst hatte, fand ich darunter meine Wünsche, meine Vorstellungen, meine Art zu leben!

Es kam dann von ganz alleine hoch.

Mein Herz, meine innere Stimme sprach nun immer deutlicher zu mir.

Und ich spürte, dass sie schon lange darauf gewartet hatte, endlich gehört oder auch erhört zu werden!

Die Sehnsucht, diese unerklärbare Traurigkeit, die mich begleitet hatte, begann sich zu konkreten Bildern, zu einer Vision zu formen und wandelte sich nach und nach in Freude und einentiefen, inneren Ruf des Herzens.

In dem Moment, wo ich mich von fremden Vorstellungen und Meinungen befreit hatte, wusste ich, wer ich bin, was ich will und auch was ich kann.

Ich erkannte meine Art, zu leben.

Ich wusste, was mich in der Tiefe glücklich machte.

Ich weiß nicht, was die Zukunft bringt und welche Herausforderungen mich noch erwarten, aber ich bin so unendlich dankbar dafür, zu wissen, was ich wirklich will und wer ich bin. Das wird mir immer Kraft und Mut geben und auch die Klarheit, mich zu entscheiden.

Und so sitze ich jetzt hier am Meer und schreibe dir diese Zeilen von Herz zu Herz.

Und wenn du dich gerade nach einem anderen Leben sehnst, danach mehr du selbst zu sein, dann möchte ich dich inspirieren, dich von festen Vorstellungen zu lösen, die dich noch aufhalten.

Ich möchte dich bitten, niemals aufzugeben, dich nicht damit abzufinden oder auf Dauer anzustrengen, irgendwo hineinzupassen, wo du gar nicht sein willst.

Es gibt kein “normal”, es gibt nicht den “einen Weg”.

Jeder hat seinen eigenen und keiner ist besser oder schlechter.

Es ist dein Leben und jeder einzelne Moment davon ist kostbar!

Wenn du eine Sehnsucht in dir hast, dann lausche ihr. Nimm sie wichtig. Nimm dich wichtig!

Es hat einen Grund, warum du diese Sehnsucht in dir trägst.

Es ist der zarte Ruf deiner Seele, dein Licht leuchten zu lassen und die Welt zu bringen.

Und auch wenn du jetzt noch keinen Weg siehst, vertraue darauf, dass es einen gibt.

Unter all den Gedanken von „Es geht nicht.“ „Ich weiß nicht.“ „Ich habe Angst.“ liegt eine tiefe Klarheit verborgen, die nur darauf wartet, dass du dich ihr zuwendest und sie erkennst.

Ich glaube an dich!

P.S.

Ich habe eine Facebookgruppe für Frauen gegründet, die auf der Suche nach ihrer Berufung sind und ihre besonderen Fähigkeiten entdecken und entfalten wollen.

Hast du auch das Gefühl nirgends wirklich hineinzupassen?

Sehnst du dich danach endlich herauszufinden, was du dir aus tiefstem Herzen wirklich wünschst und welchen inneren Ruf du im Herzen trägst?

Dann lade ich dich mit Freude in meine Gruppe ein:

Mit Krafttieren deine besonderen Fähigkeiten entdecken – Facebookgruppe

Ich freue mich auf dich!

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Hallo, ich bin Bianca Ritter und arbeite als freie Autorin. Du findest auf „Sternschnuppenzeit“ Inspiration und praktische Tipps, um das Leben zu leben, von dem Du träumst. Es geht darum, wieder mehr Zeit mit Dingen zu verbringen, die dir wirklich wichtig sind, nach den Sternen zu greifen und deine Wünsche und Träume zu leben! Mein erster Roman "Das Erbe von Alchatar" wurde 2012 veröffentlicht.

15 Kommentare

  1. martina weinschneider

    Liebe Bianca,
    wie berührend, dir auch in der Ferne so nah zu sein und an deinem Sein teilhaben zu dürfen. Ich freue mich für dich, das du soviel begrenzendes loslassen konntest und dich immer mehr weitest. Was alles Möglich ist…???
    Dir alles Liebe von ganzem Herzen
    Martina

    Antworten
  2. Tanja

    Klingt alles super – aber hättest du das auch alleine gemacht? Vermutlich nicht… Viel Glück – viel Spaß – ich hoffe dein Traum geht auf

    Antworten
    • Bianca Ritter

      Liebe Tanja, das werde ich wohl nie erfahren. Ich schreibe darüber, wie ich es in meiner Situation erlebt und gemacht habe. Ich kann dir nicht sagen, was wäre wenn… Was ich dir aber sagen kann, ist, dass es zwar nicht immer einfach war, mir aber unglaublich gut getan hat, meinen ganz eigenen Weg zu finden und auch zu gehen. Danke dir für dein Kommentar und deine lieben Wünsche. Ich wünsche dir auch viel Glück und viel Freude bei allem, was du vorhast! Bianca

      Antworten
  3. Belinda

    Liebe Bianca,

    Du hast mich von Herz zu Herz angsprochen. So lese ich Deine Zeilen erfreue mich so sehr daran eine Gänsehaut nach der nächsten krabbelt über mich. Nicht sich der “Norm” zu beugen ist, als wenn das Gift den Körper verläßt und man schmeckt das Leben wieder.
    Ich erkenne mich in Deiner Geschichte. Und zu spüren, dass es noch andere wie mich dort draussen gibt, macht mich glücklich.
    Ich wünsche Dir Licht und Liebe auf Deiner Reise.

    ♥Belinda

    Antworten
  4. Nicole

    Ooohhh liebe Bianca, wie schön, dass Du Deinen Weg gefunden hast und mit so viel Leichtigkeit davon berichtest. Das klingt so wunderbar, dass es mich tief in meinem Herzen berührt hat! Danke dafür und Dir/Euch weiterhin ganz viel Freude auf dem Weg.

    Antworten
  5. Stephan

    Da wird mir warm um’s Herz, wenn ich Italien lese. Die Sehnsucht und die stets begleitende Traurigkeit kenne ich auch zu gut. Aber immer wenn ich in Italien bin, ist beides weg. Ist ja auch die Heimat meiner Vorfahren. Aber meinen Weg hier zu finden, wo die Kinder mit dem Schulsystem nicht klar kommen, wo viele Menschen immer ängstlicher werden, Courage und Kreativität verlieren, ist meine Herausforderung zur Zeit. Meinen Kindern Alternativen bieten zu ergrauten Schulen und Zwangsanpassung, ein Umfeld zu gestalten, in dem Lebenslust und kreative Entfaltung von alleine wachsen – in diese Richtung rollt mein Wohnwagen. In der Hoffnung, dass es noch ganz viele eigensinnige und bunte Wohnwagen gibt. Viel Glück und Genuss!

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  6. Jutta

    Sehr berührend. Danke, Bianca für diesen mutmachenden Artikel. Du hast es wirklich gewagt, deiner Sehnsucht zu folgen. Respekt. Alles, alles Gute auf deinem Weg.

    Antworten
  7. Julia Weigl

    Liebe Bianca, ein toller Artikel, es ist so schön zu lesen, dass du dir einen Traum erfüllt hast und wie es dir mit der unkonventionellen Entscheidung mittlerweile geht.
    Wie macht ihr es denn mit dem Wohnwagen, müsst ihr da in Europa nicht meistens auf Campingplätzen übernachten? Ich habe selber eine Idee im Kopf, die ein Leben im Wohnwagen beinhaltet und würde mich sehr dafür interessieren wie frei man da wirklich sein kann bzw. unterwegs sein kann oder gebunden ist. Vielen Dank. Liebe Grüße, Julia

    Antworten
    • Bianca Ritter

      Liebe Julia,

      Dankeschön! Das ist ja mega spannend, dass du auch eine Idee mit Leben im wohnwagen hast.
      Also bei uns ist es so, dass wir wirklich meist auf Campingplätzen sind. Wir fühlen uns dadurch nicht eingeschränkt, eher im Gegenteil. Und wenn es uns irgendwo nicht gefällt, fahren wir weiter.
      Ich finde es praktisch – auch wegen der Sanitäranlagen etc. aber ich denke, das mag jeder anders. Wir haben gerade hier in der Toskana auch sehr viel gesehen, die “wildcampen”, meist aber dann mit Wohnmobil. In der Nebensaison ist das auch gut möglich 🙂
      (Und in Portugal gab es auch zahlreiche Plätze außerhalb der Campingplätze.)
      Ich drücke dir auf jeden Fall die Dauemn und wünsche dir von Herzen, dass du dir deinen Traum erfüllst!
      Alles Liebe, Bianca

      Antworten
  8. Cathrin

    Danke für diesen tollen Artikel, liebe Bianca.
    Alles wächst immer mehr in mir.

    Antworten
  9. Brigitte Hagen

    Liebe Bianca,

    Dein Beitrag und Deine Reise hat mich sehr bewegt. Du bist sehr mutig und authentisch mit dem was Du da tust. Ich kenn Dich nun schon eine ganze Weile und es ist schön, Anteil an Deinem Leben nehmen zu dürfen.

    Ich wünsche Dir von Herzen alles Liebe und Gute.
    Brigitte

    Antworten
    • Bianca Ritter

      Liebe Brigitte,
      so schön, dass wir uns jetzt schon lange kennen! Ich danke dir, dass du mich hier begleitets und mir über diesen Weg schreibst. Danke für deine so lieben Worte.

      Ich wünsche dir auch von Herzen alles Liebe und Gute!
      Bianca

      Antworten
  10. Susan

    Wow, was für ein inspirierender Artikel! Ich kann das, was du schreibst sehr gut nachempfinden. Ich kenne diese Sehnsucht. Es geht gar nicht so sehr um das Ankommen an einem Ort, sondern vielmehr darum, den eigenen Weg zu finden und ihn Schritt für Schritt zu gehen. Und trotzdem weiterzugehen, auch wenn Zweifel die Sicht vernebeln oder Ängste sich vor einem Aufzutürmen scheinen. Es ist so schön zu lesen, dass du ihn für dich gefunden hast. Danke für das Teilen deiner Freude, ich freue mich von ganzem ❤️ mit dir.

    Antworten
    • Bianca Ritter

      Ich danke dir liebe Susan für deine inspirierenden und liebvollen Worte! Ja, ich empfinde es auch als ein “Ankommen” auf einem Weg, auf dem ich dann gehe. Du hast es so wunderbar beschrieben mit dem Zweifeln und Ängsten udn trotzdem weitergehen …
      Ganz liebe Grüße an dich, Bianca

      Antworten

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